Sofortmaßnahmen in den ersten fünf Minuten
Der erste Reflex ist meist falsch: nicht sofort den Support anrufen. In über 60 Prozent der Konnektor-Störungen löst sich das Problem durch einen strukturierten Neustart, ohne dass jemand am Ticket ziehen muss.
- Konnektor und Router stromlosKonnektor und Router gleichzeitig vom Strom trennen. 60 Sekunden warten. Erst Router wieder einstecken, danach Konnektor. Geräte vollständig hochfahren lassen, das dauert je nach Hersteller bis zu fünf Minuten.
- Status prüfen und Fehlercode festhaltenStatus-LED am Konnektor beobachten. Grün heißt: online. Gelb oder rot heißt: Fehlercode notieren, am Konnektor-Display oder im PVS-Hinweis. Der Code wird beim Support sofort gebraucht.
- Bei drittem Fehlversuch: Support anrufenWenn nach drei vollständigen Neustarts kein Online-Status erreicht wird, Hersteller-Support oder IT-Dienstleister anrufen. Bei ITCC: 06232 60 79 790.
Während dieser drei Schritte läuft die Sprechstunde normal weiter. Patienten müssen nicht warten, weil ein Konnektor nicht reagiert.
Was rechtlich erlaubt ist, solange die TI nicht läuft
Die gematik und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben für jede TI-Anwendung ein Ersatzverfahren definiert. Sie sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich vorgesehen.
eAU bei Konnektor-Ausfall: Sie stellen die Arbeitsunfähigkeit auf Muster 1 in Papierform aus, händigen den Durchschlag der Patientin oder dem Patienten aus, übergeben die Praxiskopie zur Aktenablage. Sobald der Konnektor wieder läuft, übermitteln Sie die eAU rückwirkend digital (bis zu drei Werktage zulässig).
eRezept bei Konnektor-Ausfall: Rezept auf Muster 16 handschriftlich ausstellen, Stempel und Unterschrift. Patient bringt das Papier in die Apotheke, Apotheke beliefert wie gewohnt.
KIM-Versand bei Konnektor-Ausfall: Nicht möglich. eArztbriefe können nicht versendet werden, müssen entweder warten oder bei dringenden Fällen postalisch verschickt werden.
Quelle: gematik FachportalÜbersicht der Ersatzverfahren im gematik-Fachportal.
Die häufigsten Ursachen für Konnektor-Ausfälle
In der täglichen Praxis-Betreuung sehen wir vier Ursachen, die zusammen über 80 Prozent aller Vorfälle ausmachen:
| SMC-B-Karte abgelaufen | VPN-Tunnel hängt | Update-Inkompatibilität |
|---|---|---|
Pro
| Pro
| Pro
|
Contra
| Contra
| Contra
|
SMC-B-Karten-Ablauf: Die Praxisausweis-Karte hat ein Ablaufdatum, das selten beachtet wird. Etwa drei Monate vor Ablauf sollte ein Tausch eingeleitet sein. ITCC führt für jede Praxis ein Karten-Ablauf-Register und meldet sich automatisch.
Hängender VPN-Tunnel: Der Konnektor baut einen verschlüsselten Tunnel zur Telematikinfrastruktur auf. Dieser Tunnel kann durch Netzwerkstörungen, DSL-Fluktuationen oder Provider-Wartungen abreißen. Lösung in der Regel: Neustart.
Update-Inkompatibilität: Konnektor und PVS bekommen Updates getrennt. Wenn das eine eine neuere TI-Version unterstützt als das andere, hakt es. ITCC plant Updates so, dass beide Seiten synchron laufen.
Falsche oder fehlende Stecker-Verbindung: Selten, aber: ein Mitarbeiter zieht beim Putzen ein Kabel. Die Status-LED am Konnektor zeigt das zuverlässig.
Wann Sie unbedingt den Hersteller-Support anrufen müssen
Drei Eskalationskriterien, ab denen Sie nicht weiter selbst probieren sollten:
- Drei Neustarts haben nicht geholfen: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein vierter hilft, ist gering.
- Die Status-LED bleibt rot: Das deutet auf einen Hardware- oder Zertifikatsfehler hin.
- Sie sehen eine Fehlermeldung wie E1010, E0500 oder „Verbindung zur TI nicht möglich": Bestimmte Fehlercodes sind nur durch Hersteller- oder Kartenanbieter-Eingriff zu beheben.
Ihr Hersteller-Support sitzt auf der Hotline-Nummer, die im Wartungsvertrag hinterlegt ist. Wenn Sie mit ITCC betreut werden, rufen Sie ITCC an. Die Eskalation an den Hersteller läuft dann automatisch im Hintergrund, während Sie weiterarbeiten.
Wie sich Konnektor-Ausfälle systematisch reduzieren lassen
Die Praxis-IT, die wir bei ITCC einrichten, hat vier eingebaute Maßnahmen, die Konnektor-Ausfälle um etwa 70 Prozent senken:
- Karten-Ablauf-Monitoring: SMC-B- und HBA-Karten werden 90 Tage vor Ablauf gemeldet, sodass der Tausch ohne Druck läuft.
- Konnektor-Verfügbarkeits-Monitoring: Alle 5 Minuten wird automatisch geprüft, ob der Konnektor erreichbar ist. Stillschweigende Ausfälle außerhalb der Sprechzeit werden so morgens vor Praxisbeginn entdeckt.
- Update-Koordination: Konnektor- und PVS-Updates werden gemeinsam in Wartungsfenstern abends oder am Wochenende eingespielt, nie unangekündigt.
- Fehler-Logbuch: Jede gemeldete Störung landet in einer Praxis- spezifischen Akte. Wiederholt sich derselbe Vorfall, eskaliert das System nach dem dritten Mal automatisch zum technischen Lead.
Häufige Fragen
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